5. ADEMED-Expedition 2016 -
Cook und Vanuatu

Die Südpazifitk-Region zeichnet sich durch eine riesige ununterbrochene Fläche freien Ozeans aus, in dem versprengt einzelne Inseln und Atolle liegen.  Von den mindestens 22 Inselstaaten gelten 14 als unabhängig. Ihre Populationsgröße reicht von 4 Millionen in Papua Neu Guinea bis zu 20.000 auf den Cook Inseln und noch darunter.

Während der letzten 10 Jahre kam es zu einem alarmierenden Auftreten von Arboviren, wie etwa dem Dengue- (DENV), Chikungunya- (CHIKV) und Zika (ZIKV)-virus.

Die enormen Auswirkungen der einzelnen Ausbrüche sind unter anderem durch die Tatsache zu erklären, dass die Erkrankungen klinisch teilweise schwer voneinander zu unterscheiden sind. Dazu kommen die begrenzten Möglichkeiten der Diagnostik und der statistischen Erfassung in der Region.

 

Die o.g. Arboviren verursachen üblicherweise Fieber, Ausschlag, Kopf- und Gelenkschmerz und waren zunächst nur in Afrika und Asien endemisch.

Neben den häufigen und sehr unangenehmen, doch eher ungefährlichen Symptomen, können auch schwere Verläufe mit Hämorrhagien und Enzephalitis, in seltenen Fällen auch neurologischen Symptomen auftreten.

Daher legen „Public Health“ – Organisationen vor Ort größten Wert auf Hygienemaßnahmen, um Moskito-Brutstätten zu beseitigen und auf die Aufklärung der Bevölkerung, um z.B. durch Mückennetze und Repellentien den Schutz des Einzelnen zu gewährleisten.

Lange Zeit galt das Dengue-Fieber als gefährlichste durch Arboviren verursachte Erkrankung weltweit. In den letzten Jahren konnten allerdings auch das Zika- und das Chikungunya-Virus die Grenzen Afrikas hinter sich lassen und verursachen nun weltweit sporadische Ausbrüche, die Südpazifik-Region eingeschlossen.

Alleine in den Jahren 2012 bis 2014 wurden 28 neue Ausbrüche der, in dieser Region relativ jungen, drei Arboviren gemeldet.

Die globale Bedeutung und die erstaunliche Verbreitungstendenz verdeutlichen Zahlen aus den Jahren 2005 (1,9 Mio Fälle von Chikungunya allein in Asien) und 2007 (1,7 Mio Fälle in der Karibik und in Latein Amerika).

Zwischen 2007 und 2015 wurden auch diverse Ausbrüche in der Pazifik-Region berichtet:

Das Chikungunya-Virus verursachte 2011 eine Erkrankungswelle in Neukaledonien, gefolgt von weiteren in Papua Neu Guinea (2012 – 2013) und Yap, Französisch Polynesien, Samoa, den Cook Inseln und erneut in Neukaledonien (2013 – 2014). Die jüngsten Ausbrüche wurden in Kiribati und den Marshall Inseln gemeldet (2015).

2007 ereignete sich die erste Zika-Erkrankungswelle außerhalb Afrikas und Asiens mit 49 bestätigten und 59 angenommenen Fällen.

Im selben Jahr verschlimmerte sich auch die Lage bezüglich des Dengue-Viruses. Wo vormals nur ein Erregerstamm kursierte, kam es plötzlich zum gleichzeitigen Auftreten mehrerer Stämme in der Region.

 

Erklärungen für das verstärkte Auftreten der genannten Fiebererkrankungen könnten unter anderem eine höhere Anzahl an Reisenden und verstärkter Handel, sich veränderndes Klima, Urbanisierung und Vektor-Weiterentwicklung sein.

 

Bis heute mangelt es in der Südpazifik-Region an spezialisierten Einrichtungen, Überwachungsdaten (sowohl von Vektoren als auch der Viren selber) und diagnostischen Möglichkeiten, um einer Verbreitung dieser Viren unterhalb der Inselstaaten entgegenzuwirken.

Darüber hinaus sind weitere Studien notwendig, um unser Verständnis dieser lange sehr unterschätzten Arboviren zu verbessern und ein verstärkest Bewusstsein in der Bevölkerung zu erreichen.

So begann die fünfte ADEMED – Expedition im Januar 2016 mit der Zielsetzung, die

Prävalenz potentiell hämorrhagischer Virusinfektionen (hier vor allem Zikavirus, Denguevirus und Chikungunyavirus) in der Region der Cook Inseln und Vanuatus

zu erforschen.