6. ADEMED-Expedition 2017 - Ghana

Gute Neuigkeiten! Das ADEMED Projekt in Ghana zur Untersuchung der Schwermetall- und Kohlenwasserstoffbelastung geht in die zweite Runde.

Nachdem ein Team von Doktoranden unter Anleitung von Prof. Thomas Küpper im Sommer 2015 die in der Umgebung des Recycling Areals Agbogbloshie wohnende oder arbeitende Bevölkerung auf Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe in Blut und Urin untersucht hat, wird ein weiteres Team im März 2017 nach Ghana reisen, um Referenzwerte für die untersuchten Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe zu erstellen.

 

Die Expeditions-Team 2015 fand heraus, dass sich in der Tat erhöhte Spiegel von Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen im Blut und Urin der in Agbogbloshie und Umgebung lebenden bzw. arbeitenden Bevölkerung befinden, teilweise in beängstigenden Konzentrationen. Auch wurden bei den Schülern der umliegenden Schulen erheblich auffällige Nierenwerte gemessen, was auf eine frühe Schädigung hinweist. Weitere Details folgen in Kürze in den entsprechenden Publikationen.

 

Die umwelttoxikologische Bewertung der bislang erarbeiteten Ergebnisse ist schwierig und kann derzeit nur eingeschränkt erfolgen, da für Ghana bislang keinerlei entsprechende Referenzwerte vorliegen. Aufgrund beispielsweise unterschiedlicher Ernährungsgewohnheiten (Fisch!) können deutsche Referenzwerte für die nicht exponierte Bevölkerung  ohne Überprüfung  lokaler Kollektive nicht übernommen werden. Das ADEMED 2017 Team wird die fehlenden Referenzwerte der ghanaischen Bevölkerung durch Probenentnahme und -untersuchung von Teilkollektiven erstellen, die nicht in der Elektroschrott- und Recyclingindustrie arbeiten oder in der Nähe dieser wohnen.

 

In der bevorstehenden Expedition werden Proben in Accra, Kumasi und Eikwe (Westküste) entnommen werden. In einer weiteren Reise, die für Herbst 2017 angedacht ist, werden dann zusätzlich Proben im Norden (Tamale) und Osten (Volta-Region) entnommen.

 

Auch bei dieser zweiten Expedition wird das Team wieder tatkräftig von Dr. Julius Fobil (University of Ghana, Department of Biological, Environmental and Occupational Health) und der GIZ (Gesellschaft für International Zusammenarbeit) unterstützt.

 

Neu im Verbund ist die Zusammenarbeit mit dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. Prof. G. Dobler und Dr. L. Chitimia-Dobler, Infektiologen und insbesondere Spezialisten für Zecken und durch diese übertragene Erkrankungen, sind, wie schon beim Zambia-Projekt mit im Bunde. Auf diese Art und Weise können die entnommenen Blutproben gleichzeitig genutzt werden, um weitere Fragen zu klären, die der lokalen Bevölkerung zugutekommen.